Wer ist eigentlich dieser Cloud Computing?
Cloud Computing ist in den letzten Jahren zu dem Nachfolger des SOA Hypes geworden. Zum einen finden es alle toll, lange bevor klar ist, worum es geht und zum anderen ist es alter Wein in neuen Schläuchen.
Aber was ist das denn nun eigentlich, dieses Cloud Computing? Erste Anlaufstelle ist ja meist Wikipedia. Die begrüßt in dem Artikel Cloud Computing den interessierten Besucher aktuell (stand: 2010-01-01) mit folgender Definition:
Cloud Computing (Synonym: Cloud IT, deutsch etwa Rechnen in der Wolke) ist ein Begriff aus der Informationstechnik (IT), oder genauer aus dem IT-Management. Der IT-Management-Aspekt ist wichtig, da es sich nicht um eine bestimmte Technik oder eine bestimmte Anwendung oder Software handelt, sondern um ein Konzept, das Betrieb, Bereitstellung, Support, Management, Sourcing, Architektur und Verwendung von IT grundsätzlich verändern könnte.
Na, alles klar? Also ein Pitch sieht für mich anders aus.
Aber der Artikel ist ja noch nicht zu Ende, weiter geht die Einleitung(!):
Vereinfacht kann das Konzept wie folgt beschrieben werden: Die IT-Landschaft (in diesem Zusammenhang z. B. Rechenzentrum, Storage, Mail- oder Collaboration-Software, Entwicklungsumgebungen, aber auch Spezialsoftware wie Customer-Relationship-Management (CRM) oder Business Intelligence [BI]) wird durch den Anwender nicht mehr selbst betrieben/bereitgestellt, sondern über einen oder mehrere Anbieter bezogen. Die Anwendungen und Daten befinden sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum, sondern in der (metaphorischen) Wolke (Cloud), die üblicherweise das Internet in gängigen Netzwerkdiagrammen repräsentiert. Der Zugriff auf die entfernten Systeme erfolgt über ein Netzwerk, beispielsweise das Internet. Der Zugriff auf die Anwendungen oder die Konfiguration von z. B. Cloud-Storage selbst erfolgt über einen Webbrowser.
Das ist also die vereinfachte Beschreibung von Nerds, für Nerds
Meiner Ansicht nach sollte zumindest die Einleitung des Artikels so formuliert sein, dass auch ein Laie diesen verstehen kann. Wenn ein Fachfremder in den Nachrichten “Cloud Computing” hört und wissen will was das ist, wird ihm diese Zusammenfassung nicht weiterhelfen.
Was nun aber ist solch ein Cloud Computing und wo schließe ich das an meinen Rechner an?
Das Cloud in Cloud Computing ist inspiriert durch die Darstellung des Internets als Wolke. In fast jedem IT Schaubild taucht irgendwo das Internet auf. Da es keine sinnvolle grafische Darstellung des Internets gibt, ist es eben meist die Wolke (oft mit Schriftzug “www” oder “Internet”). Eigenschaft dieser Darstellung ist auch: das Internet ist eben da und funktioniert auch irgendwie, wobei die Details nicht interessieren.
O.k. also ist Cloud Computing sowas wie Internet Computing?
Grundsätzlich genau das. Das Paradigma hinter Cloud Computing lautet vereinfacht:
Deine Anwendung läuft (und ggfs. Deine Daten sind) irgendwo im Internet. Kümmere Dich nicht darum wo genau und wie, sie ist da und Du kannst sie nutzen. Vielleicht über einen Webbrowser.
Das war’s schon?
Aus Sicht des Anwenders: ja. Der Anwender ruft ein Programm in der Cloud meist einfach durch das aufrufen einer URL in seinem Browser auf und viele Cloud Computing Anwendungen sind auf Benutzersicht einfach Web Seiten (z.B. Google Docs).
Natürlich ist die IT dahinter alles andere als trivial. Das ist wohl auch das Problem bei der Wikipedia Definition. Den meisten Lesern würde eine Definition aus Anwender Sicht (wie oben) genügen mit der Option, dann im weiteren Verlauf des Artikels hinter die Kulissen zu blicken.
Da ich mich aktuell sehr viel mit dem Thema beschäftige, werde ich vielleicht auch mal dazu was schreiben.
Wer nicht so lange warten möchte, kann sich hier ein paar Definitionsversuche von Leuten wie Tim O’Reilly anschauen:
Bildquelle: flickr.com
